Leitentscheidung zu Garzweiler II: Mitmischen erwünscht

Mit der neuen Leitentscheidung zu Garzweiler II wird die Landesregierung neue Voraussetzungen für die Fortführung des Tagebaus schaffen. Zum Entwurf der Leitentscheidung können Bürgerinnen und Bürger noch bis zum 8. Dezember ihre Meinung sagen.

Die Leitentscheidung und Mönchengladbach

Mit der Leitentscheidung Garzweiler II will das Land die Zukunft des Braunkohlentagebaus neu bestimmen. Er soll vor allem kleiner werden, um den Ausstieg aus der schädlichen Stromproduktion mit Braunkohle zu beschleunigen. Die Verbrennung von Braunkohle zur Stromerzeugung ist die schmutzigste Art der Stromgewinnung. Neben den gewaltigen Mengen an CO2, Quecksilber und anderen klimaschädlichen oder giftigen Gasen fallen ihr direkt südlich der Stadt ganze Ortschaften zum Opfer, die abgerissen werden, um an die unterirdischen Kohlelager zu gelangen. In den Neunzigern konnte Mönchengladbach zwar verhindern, dass auch Teile des Stadtgebietes um Wanlo abgebaggert werden, aber der Tagebau kommt dennoch bis auf 100 Meter an die Ortschaft heran und schneidet Wanlo damit von den südlichen Nachbarorten ab, die zum großen Teil vernichtet werden.

In der Leitentscheidung wendet sich die Landesregierung vor allem dem zu Erkelenz gehörenden Ort Holzweiler zu, der bisher abgerissen werden sollte, nun aber verschont bleibt. Holzweiler soll gezielt erhalten werden, weshalb der Tagebau 400 Meter ausserhalb des Dorfs enden wird.

Diese 400 Meter stoßen in Mönchengladbach auf große Kritik. Was Holzweiler als lebensnotwendig zugestanden wird, wird Wanlo nicht zugestanden. Hier liegt der Abstand bei nur 100 Metern. Hinzu kommen die bestehenden Belastungen durch den Tagebau: Die Schäden an Natur und Gebäuden durch das beständige Abpumpen des Grundwassers, das sich nach Norden bis in den Raum Venlo auswirkt sowie die neuen Schäden, wenn das Grundwasser nach dem Ende des Abbaus zurückkehrt; die Luftbelastung; die Auswirkungen auf das Klima; das Abschneiden wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen zu den südlich der Stadt liegenden Dörfern; der Verlust von Heimat für die Bewohner der teilweise Jahrhunderte alten Dörfer.

Was die Stadt in ihrer Stellungnahme nicht anspricht, aber im aktuellen Entwurf der Leitentscheidung durchaus verwundert ist die Vorstellung vom Strukturwandel in den betroffenen Gebieten. So muss man schon fragen, warum beim von Umwelt- und Heimatschützern lang ersehnten Ausstieg aus der Braunkohleverstromung gleichzeitig über neue Möglichkeiten der Nutzung von Braunkohle nachgedacht wird. Auf einer Veranstaltung in Erkelenz wurde beispielsweise der Einsatz verflüssigter Kohle als Treibstoff erwähnt. Offenbar gibt es immer noch Kräfte in der Landesregierung, die nicht von der Nutzung der Braunkohle lassen wollen, egal wie schädlich und dreckig sie auch sein mag.

Der Horizont hinter Borschemich. Überreste bereits abgerissener Gebäude und Straßen, am Horizont rücken die Türme des gewaltigen Braunkohlebaggers heran, einige der größten Landfahrzeuge der Welt (Bild: Thomas Diehl)

Der Horizont hinter Borschemich. Überreste bereits abgerissener Gebäude und Straßen, am Horizont rücken die Türme des gewaltigen Braunkohlebaggers heran, einige der größten Landfahrzeuge der Welt (Bild: Thomas Diehl)

Stadt fordert zu Mitzeichnung auf

Da Mönchengladbach von den Auswirkungen noch über viele Generationen hinweg massiv betroffen ist und Ausgleich für die entstehenden Schäden zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger, der Tagebauanliegerorte, der Wasserwirtschaft, der Ökologie sowie von Gebäuden und Bandinfrastruktur fordert, hat der Rat der Stadt Mönchengladbach sich in der vergangenen Sitzung positioniert und einstimmig eine Stellungnahme verabschiedet, die die Forderungen und Erwartungen der Stadt gegenüber der Leitentscheidung enthält.

Die Stadt ruft ihre Bürgerinnen und Bürger auf, sich dieser Stellungnahme anzuschließen und so die Position des Rates zu unterstützen. Die Stellungnahme kann hier als PDF heruntergeladen, unterschrieben und bis zum 6. Dezember als Anhang zu einer E-Mail an braunkohle@moenchengladbach.de oder als Brief an Stadt Mönchengladbach, Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung, 41050 Mönchengladbach gesendet werden. Die eingegangenen Stellungnahmen werden der Staatskanzlei von der Stadt fristgerecht bis zum 8. Dezember zugeleitet.

Eigenes Internetangebot des Landes

Neben dem Angebot der Stadt bietet auch das Land Nordrhein-Westfalen einen Platz, um Stellungnahmen und Kommentare abzugeben. Auf der Website leitentscheidung-braunkohle.nrw gibt es Raum für Kommentare und eigene Stellungnahmen zur Leitentscheidung sowie den Volltext der Leitentscheidung.

Auch diese Möglichkeit besteht bis zum 8. Dezember 2015.


Valensina wird vegan

Bild: obs/Valensina GmbH

Bild: obs/Valensina GmbH


Der Giesenkirchener Getränkehersteller Valensina darf aktuell in einer Pressemitteilung bekannt geben, dass seine Produkte nunmehr offiziell vom VeBu (Vegetarierbund Deutschland e.V.) als vegan (und somit natürlich auch vegetarisch) zertifiziert sind. Damit garantiert Valensina, dass seine Säfte beispielsweise nicht mit (Rinder- oder Schweine-)Gelatine gefiltert werden und auch keine Fischgelatine für das Einbringen von Provitamin A verwendet wird. Das ist durchaus nicht selbstverständlich.

Valensina tritt als Hersteller immer wieder auf verschiedene Weise für nachhaltige Entwicklung auf. So sind einzelne Säfte im Programm bereits seit 2014 vegan, es gibt Produkte mit Bio-Siegel und die Firma engagiert sich in der Förderung von Bienen.

Mit dem Verzicht auf tierische Produkte in der Herstellung von Fruchtsäften trägt Valensina zur Schonung der natürlichen Ressourcen bei. Man muss nicht Veganer sein um festzustellen, dass unser Verbrauch an tierischen Erzeugnissen zu hoch ist und Probleme wie Massentierhaltung mit all ihren Folgen verursacht. Daran, dass für Fruchtsäfte regelmäßig tierische Produkte verwendet werden, lässt sich die ganze Absurdität unseres Umgangs mit diesen bemessen.